Abschied nehmen im Vertrauen

"Das ist der Sinn eines Abschieds im vollen gewichtigen Sinne des Wortes: dass sich die beiden Menschen, bevor sie auseinandergehen, darüber verständigen, wie sie sich gesehen und erlebt haben.
Sich verabschieden, das ist auch etwas, das man mit sich selbst macht: zu sich selbst stehen unter dem Blick der Anderen."



Ich wollte so gern in deine Augen sehen! Darin war immer so viel Wärme und Zuneigung für mich zu finden. Ich wollte es nur noch ein letztes Mal sehen, mich ein letztes Mal vergewissern, dass es so ist und es so in meiner Erinnerung behalten. Doch als ich es tat, sah ich dort Trauer. Nein, Trauer hätte ich verstanden. Trauer wäre ein Ausdruck dessen gewesen, was ich gesucht hätte und es hätte mich glücklich gemacht. Statt dessen habe ich Verletzung vorgefunden. Nicht nur in deinen Augen. Dein ganzer Körper sprach davon. Er schrie es mir entgegen. Deine Augen aber hauchten es mir mit einem eisigen Windstoß ins Ohr.


Das will ich nicht. Das kann nicht sein. Ich will es erzwingen! Du musst! Du musst! Ich will dich in erinnerung behalten als diejenige, von der ich weiß, dass sie mich mag. Diejenige die zu mir gesagt hat, ich solle Vertrauen haben. Dass ich doch bitte nicht daran zweifeln soll, dass sie mich gern hat und dass ich ein liebenswerter und besonderer Mensch bin. Das wollte ich ein letztes mal einatmen aber als ich deine Blicke schluckte, da stachen sie mir wie Nadeln die Kehle auf.


Früher habe ich oft gezweifelt auch an deinen Gedanken zu mir. Heute tue ich das nicht mehr. Ich lasse es nicht zu! Ich weigere mich etwas anderes zu glauben. Ich vertraue dir ganz und gar. Was du mir sagtest ist Gesetz für mich. So wie ich mich irgendwann ganz und gar in deine Hände gelegt habe, obowhl du es vielleicht nicht gemerkt hast, so vertraue ich dir jetzt ganz und gar. Wenn ich es nicht täte, dann würde es mich umbringen. Ich muss dir vertrauen. Ich habe keine andere Wahl. Aber ich will es auch. Du warst nur nett zu mir? Das darf nicht sein. Das geht nicht. Ich vertraue dir und deinen Worten: "Ich habe dich sehr lieb Clement und du bist ein besonderer Mensch. Lass dir nichts anderes einreden." Das gilt für mich noch immer und wird für immer gelten. Alles andere lass ich nicht zu in meinen Gedanken. Ich werde fest davon ausgehen, dass du so denkst. Gestern heute und morgen.
Für mich wirst du deine Meinung nie ändern. So ist es, wie du über mich denkst und was du von mir hältst.


Ja du kennst mich. Ich habe Sorge, dass dir andere etwas einreden wolle. Dich ändern. Du hast gesagt du willst dich abgrenzen und hast es mit einer eisigen Verbitterung getan. Das warst nicht du in dem Moment. Nicht für mich. Irgendwie hab ich bei einigen Dingen ein schlechtes Gefühl dich so zurückzulassen ohne dir helfen zu können. Ohne dich warnen zu können. Dich aufzufangen, wenn das erwartet unvermeidlich harte passiert.


Aber jetzt ist es so wie es ist und mir bleibt nur noch die Hoffnung, das du es immer noch so siehst wie früher. Ich hoffe! Ich glaube es! Ich vertraue ganz fest darauf, dass du in deinem Herzen noch immer so denkst und fühlst. Ich tue es. Für mich bist du das kleine trotzige aber auch so verletzliche sanfte und auch energiegeladene Mädchen mit den Zöpfen, das mir ihre Innerstes, Kostbarstes in die Hände anvertraut hat. Das auf meiner Brust kurz ausruhte, um dann weiter zuziehen. Und dass, wenn unsere Blicke uns heute wieder treffen, noch genauso denkt. In Verbundenheit, Zuneigung, Vertrauen und Danbarkeit im Gewesenen gegenwärtig. Das wäre wie eine kühlende Heilsalbe auf meinem Herzen. Ich vertraue darauf, dass es so ist. Dass keine Verbitterung und keine Verletzung sich darüber legt, sondern dass du so fühlst, trotz allem. Ich fühle so. Ich bin dankbar. Ich bin unglaublich glücklich zu wissen, dass es so gewesen ist. Die Erinnerung daran macht mich stark und lässt mich fröhlich sein.


Ich behalte dich als einen Menschen in meiner Erinnerung, der fröhlich ist, der liebevoll und zärtlich sein kann mit den einfachsten Gesten. Als jemand der auch sehr verletzlich sein kann. Der für alle ein offenes Ohr und ein großes Herz übrig hat. Eine Umarmung sowieso. Ein Mensch, der so angenehm und liebenswert ist, dass ich einfach nicht schlecht von ihm denken kann und will. Lass dir nichts einreden. Du bist ein klasse Mensch. Mein Lieblingsmensch hier in ...


Ich vertraue darauf, dass du es so siehst. Du kannst darauf vertrauen, dass ich es immer so sehen werde. Für mich bedeutet dies gerade alles. Alles andere könnte ich nicht ertragen. Ich vertraue dir und hoffe darauf, dass ich es irgendwann in deinem Blick wieder finden werde.

1 Kommentar 29.8.10 23:34, kommentieren

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Nordpolzeit

Leila

Ich stelle immer wieder fest: ich mag den Gedanken der Zeitlosigkeit. An den Polen existiert keine Zeit. Kein Tag und Keine Nacht. Kalte Kulturen zählen keine Zeit. Ich finde das spannend. Ich würde gerne für eine Zeit lang ohne Zeit leben.


Jom
Zeit ist schizophren.
Zum einen gibt es die von Menschen gemachte Zeit, die nicht wirklich existiert. die Griechen nannten diese Zeit Chronos.
Sie ist immer gleich lang und messbar, vergleichbar.
Und dann gibt es noch den Kairos.
Das ist die Zeit oder auch der Zeitpunkt.
Die subjektive Zeit. im Kairos kann die gleiche Chronoszeit eine Ewigkeit bedeuten oder auch nur einen Augenblick.
Die Sache ist: den Chronos zu ignorieren oder abzuschalten bringt nichts.
Man muss nur den Kairos entdecken. Das ist das worauf es ankommt und das kann man auch in unseren Breiten
dazu braucht man keine Pole.


Leila
Der Pol an sich ist ja nur ein Symbol. die Zeit vergeht dort wie an jedem anderen Ort. Aber der Mensch macht ihn mit seinen Gedankenspielen um Breiten- und Längengrade zu etwas Besonderem. Worauf es ankommt, ist der Mensch.


Jom
Ja, es geht um den Menschen, wie er damit umgeht.
Sicher, die Pole symbolisieren die Sehnsucht nach etwas, was man sich an seinem Ort nicht zugesteht, obwohl es eigentlich absolut möglich wäre. Man verschiebt es aber in den Bereich des Unerreichbaren, damit man weiter träumen kann und sich nicht wirklich damit konfrontieren muss.
Man verschiebt seine Sehnsucht an die Pole, also weit weg. Dabei ist es an einem selbst die Pole unter seine Füße zu stellen
Das geht ganz einfach
Man muss es nur wollen und schon steht man auf dem Nordpol.

1 Kommentar 28.8.10 00:01, kommentieren

Gefühle sind wie Zombiviren

Gefühle können dich sehr ehrlich, aber auch sehr unfair machen. Sie können dich zwingen jemanden zu verletzen, obwohl es das letzte auf der Welt wäre, was du tun möchtest. Sie sind wie Zombiviren. Sie übernehmen das Kommando und du schaust nur noch zu. Schrecklich ist sowas. Auch weil bei Gericht Zombiviren keiner kennt.

27.8.10 23:35, kommentieren

Die ehrlichste Zeit am Tag

Den ganzen Tag über stürmt man und stürzt sich in Arbeit, aber am Abend lässt es sich nicht mehr verdrängen. Denn dann muss man zur Ruhe kommen, zu sich selbst. Dann wird klar, wer wirklich all diese Dinge am Tag getan hat. Wer gelernt, geputzt, geschafft, Musik gehört und Filme geschaut hat. Du oder der Beschäftigungstherapeut für deine Gedanken. Der Abend ist die ehrlichste Zeit am Tag, denn dann hat auch dein Beschäftigungstherapeut Feierabend.

27.8.10 23:30, kommentieren