Nordpolzeit

Leila

Ich stelle immer wieder fest: ich mag den Gedanken der Zeitlosigkeit. An den Polen existiert keine Zeit. Kein Tag und Keine Nacht. Kalte Kulturen zählen keine Zeit. Ich finde das spannend. Ich würde gerne für eine Zeit lang ohne Zeit leben.


Jom
Zeit ist schizophren.
Zum einen gibt es die von Menschen gemachte Zeit, die nicht wirklich existiert. die Griechen nannten diese Zeit Chronos.
Sie ist immer gleich lang und messbar, vergleichbar.
Und dann gibt es noch den Kairos.
Das ist die Zeit oder auch der Zeitpunkt.
Die subjektive Zeit. im Kairos kann die gleiche Chronoszeit eine Ewigkeit bedeuten oder auch nur einen Augenblick.
Die Sache ist: den Chronos zu ignorieren oder abzuschalten bringt nichts.
Man muss nur den Kairos entdecken. Das ist das worauf es ankommt und das kann man auch in unseren Breiten
dazu braucht man keine Pole.


Leila
Der Pol an sich ist ja nur ein Symbol. die Zeit vergeht dort wie an jedem anderen Ort. Aber der Mensch macht ihn mit seinen Gedankenspielen um Breiten- und Längengrade zu etwas Besonderem. Worauf es ankommt, ist der Mensch.


Jom
Ja, es geht um den Menschen, wie er damit umgeht.
Sicher, die Pole symbolisieren die Sehnsucht nach etwas, was man sich an seinem Ort nicht zugesteht, obwohl es eigentlich absolut möglich wäre. Man verschiebt es aber in den Bereich des Unerreichbaren, damit man weiter träumen kann und sich nicht wirklich damit konfrontieren muss.
Man verschiebt seine Sehnsucht an die Pole, also weit weg. Dabei ist es an einem selbst die Pole unter seine Füße zu stellen
Das geht ganz einfach
Man muss es nur wollen und schon steht man auf dem Nordpol.

28.8.10 00:01

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